Mehr Sicherheit mit einem Seniorennotruf

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Ältere Personen und Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sind besonders gefährdet, in eine plötzliche Notsituation zu gelangen. Viele Senioren verzichten aus Angst vor einer möglichen Hilflosigkeit auf Unternehmungen und leben in ständiger Angst vor Unfällen.

Aktuelle Statistiken besagen, dass jeder zweite über 80-Jährige mindestens einmal pro Jahr stürzt. Manche Betroffene können sich nach einem Sturz ohne fremde Hilfe nicht bemerkbar machen kann. Bei Schwächeanfällen, Stürzen im Haushalt oder Notfällen unterwegs geben Notrufsysteme für Senioren die notwendige Sicherheit und sorgen für schnelle Hilfe.

Mit einem speziellen Seniorennotruf bleiben ältere Menschen länger selbstständig und können oft bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben, anstatt sich im Pflegeheim betreuen zu lassen.

Wie funktioniert der Notruf für Senioren?

Wird der Notrufknopf an der Basisstation oder einem mobilen Gerät gedrückt, erfolgt ein Notruf an die Leitzentrale. Ein Mitarbeiter versucht mit dem Teilnehmer in Kontakt zu treten und fragt nach um welchen Notfall es sich handelt.

Je nachdem was passiert ist, entscheidet der Mitarbeiter, ob ein Rettungsdienst eingeschaltet werden muss. In manchen Fällen reicht auch die Verständigung eines Verwandten aus.

Bei einem Basisgerät erfolgt die Signalübertragung in der Regel über das Festnetz, bei einem mobilen Gerät über das Mobilnetz.

Die Bandbreite der verschiedenen Notrufsysteme ist groß

Da jeder Kunde andere Bedürfnisse und Ansprüche an das jeweilige Notrufsystem hat, gibt es mittlerweile eine große Auswahl an unterschiedlichen Geräten, die im Notfall für rasche Hilfe sorgen.

  • Standgeräte für den Wohnraum
  • Mobiler Notruf für Unterwegs
  • Notrufarmband mit App
  • Notruftelefon

Standgerät für den Wohnraum

Das Notrufstandgerät für Zuhause wird im Wohnraum aufgestellt und muss an die Stromversorgung angeschlossen werden. Die Verbindung kann entweder über den Festnetzanschluss oder das Mobilfunknetz erfolgen.

Zusätzlich trägt der Senior einen Notrufknopf, der in der Regel um den Hals oder als Armband getragen wird.

Die Kommunikation mit der Notrufstelle läuft über das Basisgerät, daher muss bei der Installation darauf geachtet werden, dass im gesamten Wohnraum die Verbindung zum Sender hergestellt werden kann. Ist die Verbindung zu schwach, kann eine zweite Basisstation eingerichtet werden, um den Empfang auch im Keller und im Garten abzudecken.

Mobiler Notruf für Senioren

Mobile Notrufsysteme ermöglichen rüstigen Senioren weiterhin aktiv zu sein und auch ohne ständige Begleitung Unternehmungen zu machen.

Auch hier gibt es eine Basisstation, die als Ladegerät für den mobilen Teil fungiert und im Haus verbleibt. Die Ladestation muss an die Stromversorgung und das hauseigene Telefonnetz angeschlossen werden.

Zusätzlich zum mobilen Teil gibt es ein Armband mit einem integrierten Notfallknopf. Dieses kann zugleich als Uhr mit allen Funktionen verwendet werden. Viele Anbieter setzen inzwischen auf ein dezentes Design, um das Notfallarmband nicht als dieses erkennen zu lassen. Die meisten Armbänder sind bereits mit einem Sturzsensor ausgestattet, der im Falle eines Sturzes automatisch die Zentrale alarmiert.

Der mobile Teil kann unabhängig von der Ladestation verwendet werden und besitzt eine integrierte Ortungsfunktion. So kann eine abgängige Person über GPS geortet werden.

Notrufarmband mit App

Über das Notrufarmband mit integrierter App kann einfach und schnell ein Notruf abgesetzt werden. Zudem erlaubt es dem Senior gespeicherte Kontakte anzurufen.

In der Regel ist das Armband wasserdicht und somit auch perfekt für den Alltag ausgelegt, da der Träger weder beim Abwasch noch beim Bad das Notrufgerät ablegen muss.

Über die GPS-Ortung werden Angehörige im Notfall über den Aufenthaltsort des Trägers informiert.

Der Nachteil bei diesem Gerät ist die fehlende Sprech- und Bildschirmfunktion, daher ist das Notrufarmband weder für Seh- noch für Hörgeschädigte geeignet.

Notruftelefon

Als eines der bekanntesten Notrufsysteme gilt das Seniorentelefon, welches speziell für körperlich oder geistig beeinträchtigte Personen entworfen wurde.

Große Tasten, Bildwahltasten und eine besonders hohe Lautstärkeregelung machen die Bedienung besonders für ältere, seh- und hörgeschädigte Personen einfacher.

Notruftelefone sind sowohl als Standgeräte als auch als mobile Einheiten erhältlich und können mit weiteren Zusatzgeräten, wie etwa Notfallarmbändern kombiniert werden.

Viele Anbieter von Notrufsystemen bieten Zusatzleistungen an

In vielen Fällen ist das Notrufsystem mit einem Hilfsdienst, wie Caritas oder Malteser verbunden. Diese bieten zusätzlich zum herkömmlichen Notrufsystem unterschiedliche Zusatzleistungen an.

  • Bewegungsmelder
  • Rauchmelder und Alarmanlagen
  • Sturzerkennung
  • GPS-Ortung
  • Medizinische Überwachung
  • Tagestaste

Bewegungsmelder

Ein Bewegungsmelder dient zur Kontrolle der Aktivität der Person. Wenn über einen zuvor festgelegten Zeitraum keine Bewegungen erkannt werden, sendet die Notrufstation automatische eine Inaktivitätsanzeige an die Notrufzentrale.

Ist der Teilnehmer längere Zeit nicht anwesend, kann der Bewegungsmelder umprogrammiert und als Einbruchschutz verwendet werden.

Rauchmelder und Alarmanlagen

Im Haus installierte Rauch- und Feuermelder schlagen automatisch Alarm, wenn der Sensor im Wohnraum Rauchentwicklung wahrnimmt.

Sturzerkennung

Ein eigens entwickelter Sturzsensor registriert Stürze und sendet automatisch einen Notruf an die Einsatzzentrale. Kann die Zentrale keinen Kontakt zum Teilnehmer herstellen, wird der Rettungsdienst alarmiert.

GPS-Ortung

Diese Funktion bietet allen Beteiligten Sicherheit. Ist der Senior nach einem Unfall nicht mehr fähig zu kommunizieren oder hat sich eine an Demenz erkrankte Person verlaufen, kann mithilfe der Ortungsfunktion der Aufenthaltsort des Trägers schnell ermittelt werden.

Medizinische Überwachung

Besonders an Demenz erkrankte Personen vergessen leicht die tägliche Medikamenteneinnahme. Zu diesem Zweck bieten manche Einrichtungen die tägliche Erinnerung zur Medikamenteneinnahme an.

Die medizinische Überwachung dient aber auch der Überwachung der Vitalwerte des Patienten. Die notwendigen Messgeräte sind in der Regel im Notrufarmband integriert und setzen bei abweichenden oder auffälligen Werten einen Notruf ab.

Tagestaste – täglicher Meldedienst

Der Senior drückt jeden Tag zu einer vereinbarten Uhrzeit eine bestimmte Taste des Notrufgerätes. Erhält der Hausnotrufanbieter keine Meldung, versucht er mit dem Teilnehmer in Verbindung zu treten und fragt nach ob alles in Ordnung ist.

Kann kein Kontakt hergestellt werden oder meldet sich der Teilnehmer nicht, wird entweder ein Angehöriger oder direkt der Rettungsdienst verständigt.

Wer kommt für die Kosten eines Hausnotrufsystems auf?

Grundsätzlich müssen die Kosten für die Installation eines Seniorennotrufes vom Patienten selbst getragen werden. In manchen Fällen übernimmt jedoch auch die Pflegekasse oder das Sozialamt die Kosten.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Pflegekasse:

  • Ein anerkannter Pflegegrad von 1 – 5.
  • Die beantragende Person verbringt den Großteil des Tages ohne Betreuung.
  • Das Hausnotrufsystem wird über einen anerkannten Partner der Pflegekasse besorgt.
  • Der Pflegebedürftige ist nicht in der Lage im Notfall mit einem herkömmlichen Telefon Hilfe zu rufen.

Die Pflegekasse übernimmt bis zu 23 Euro monatlich für die laufenden Gebühren und einmalig 10,49 Euro für die Inbetriebnahme des Systems.

Quellenangabe

Notrufsysteme
AOK
Verbaucherzentrale

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