Pflegegrade – Für wen und was bedeuten sie im Alltag

Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz wurden die bisher verwendeten Pflegegrade mithilfe eines Punktesystems in 5 Grade eingeteilt, wobei der erste Grad einer leichten Einschränkung und der fünfte Grad einer sehr schweren Einschränkung entspricht.

Die Selbständigkeit des Patienten wird in den Bereichen 

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

geprüft und bewertet. Anhand dieser Auswertung erfolgt die Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad.

Weitere Informationen zum neuen Pflegestärkungsgesetz finden Sie hier.

Was genau die einzelnen Pflegegrade bedeuten und was Sie erhalten:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
Pflegegrad 1

Pflegegrad 1

Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – mindestens 12,5 Punkte

Personen mit Pflegegrad 1 haben keinen generellen Anspruch auf Pflegegeld oder Pflegesachleistungen (Essen auf Rädern, E-Mobile und Treppenlifte), können aber aus der Pflegeversicherung einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR monatlich beantragen.

Pflegegrad 2

Pflegegrad 2

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – 27 bis 47,5 Punkte

Für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 kann entweder Pflegegeld in Höhe von 316 EUR monatlich (nur bei häuslicher Pflege) oder ambulante Pflegesachleistungen von bis zu 689 EUR monatlich beantragt werden, wobei die Pflegesachleistungen vom ambulanten Dienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet wird. Unter Pflegesachleistungen fallen u.a. Demenz-GPS und Hausnotruf.

Es ist auch möglich Pflegegeld und Pflegesachleistungen zu kombinieren. Auch haben Betroffene mit Pflegegrad 2 Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR monatlich.

Der Anspruch auf Kurzzeitpflege beträgt 1.612 EUR für bis zu 28 Tage pro Jahr und kann auf bis zu acht Wochen bei 3.224 EUR ausgedehnt werden, sofern keine Verhinderungspflege genutzt wird.

Für die Verhinderungspflege stehen pro Jahr 1.612 EUR zur Verfügung. Wird keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen erhöht sich der Betrag auf 2.417 EUR.

Bei vollstationärer Pflege werden 770 EUR angerechnet und für die Tages- und Nachtpflege erhalten Betroffene 689 EUR.

Pflegegrad 3

Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – 47,5 bis 70 Punkte

Für Betroffene mit Pflegegrad 3 kann bei häuslicher Pflege Pflegegeld von 545 EUR monatlich oder Pflegesachleistungen von monatlich 1.298 EUR, in Verbindung mit einem ambulanten Dienst, erhalten werden. Werden Pflegegeld und Pflegesachleistungen kombiniert, fällt der Anteil an Pflegegeld geringer aus.

Zusätzlich haben Personen mit Pflegegrad 3 auch Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 EUR monatlich.

Für die Tages- und Nachtpflege können in häuslicher Pflege monatlich 1.298 EUR und in stationärer Pflege in Pflegeheimen monatlich 1.262 EUR beantragt werden.

Pflegegrad 4

Pflegegrad 4

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit – 70 bis 90 Punkte

Für Betroffene mit Pflegegrad 4 besteht Anspruch auf monatliches Pflegegeld von 728 EUR oder Pflegesachleistungen in Höhe von 1.612 EUR pro Monat.

Auch besteht Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von monatlich 125 EUR.

Für Kurzzeitpflege bis zu acht Wochen kann ein Zuschuss in Höhe von 3.224 EUR beantragt werden, für Verhinderungspflege besteht Anspruch auf bis zu 2.418 EUR jährlich.

Beansprucht man die Kurzzeitpflege sowie die Verhinderungspflege stehen pro Jahr 1.612 EUR zur Verfügung.

In Pflegegrad 4 erhalten Betroffene für die Tages- und Nachtpflege monatlich 1.298 EUR und für die stationäre Pflege in Pflegeheimen 1.775 EUR monatlich.

Pflegegrad 5

Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung – mindestens 90 Punkte

Pflegebedürftige im Pflegegrad 5 erhalten bei häuslicher Pflege durch Angehörige monatlich 901 EUR. Werden Sie durch einen ambulanten Pflegedienst betreut, haben sie Anspruch auf 1.995 EUR monatlich. 

Auch im Pflegegrad 5 wird ein Entlastungsbetrag von 125 EUR monatlich gewährt.

Für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege haben Pflegebedürftige im Pflegegrad 5 Anspruch auf jährlich 1.612 EUR.

Wird nur die Kurzzeitpflege genutzt gibt es einen Zuschuss von 3.224 EUR für bis zu acht Wochen. 

Wird nur die Verhinderungspflege beantragt, stehen den Betroffenen jährlich bis zu 2.418 EUR zu. 

Zusätzlich kann die Hälfte des Pflegegeldes (364 EUR) für sechs Wochen bei der Verhinderungspflege und acht Wochen bei der Kurzzeitpflege beansprucht werden.

Für Tages- und Nachtpflege stehen den Betroffenen bei häuslicher Pflege 1.995 EUR pro Monat und bei stationärer Pflege in Pflegeheimen monatlich 2.005 EUR zu.

Sie möchten Ihren Pflegegrad selbst errechnen?

Hier geht es zu unserem Online-Pflegegradrechner.

Wie komme ich zu den gratis Pflegehilfsmitteln im Wert von 40 EUR / Monat?

Ihre Pflegekasse stellt einen monatlichen Betrag in Höhe von € 40,- zur Verfügung wenn:

  • ein Pflegegrad von 1 – 5 vorliegt,
  • der Patient zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft von Angehörigen gepflegt wird, auch mit zusätzlicher Unterstützung eines Pflegedienstes
  • die Einreichung der Kostenübernahme bei der zuständigen Pflegekasse erfolgt ist. 

Welche Leistungen gibt es?

Die Pflegehilfsmittel werden zwischen technischen Hilfsmitteln und zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln unterschieden und sollen in erster Linie die häusliche Pflege erleichtern.

Für die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel gewährt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss in Höhe von 40 EUR.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind u.a.

Im Hilfsmittelverzeichnis ist geregelt welche Hilfsmittel Sie beantragen können. Den Katalog mit ca. 30.000 Artikel können Sie bei den Kranken- und Pflegekassen oder in einem Sanitätshaus einsehen.

Für die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel benötigen Sie keine ärztliche Verschreibung, sondern können diese ganz einfach ohne Verordnung bei uns bestellen. Um die Kosten erstattet zu bekommen, muss lediglich ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden.

Damit Sie sich auf die Pflege Ihres Angehörigen konzentrieren können, übernehmen wir diesen Schritt gerne für Sie. Dazu brauchen wir lediglich das ausgefüllte Antragsformular von Ihnen.

Fordern Sie heute noch das Antragsformular unter 0621 391 56 59 96 oder 0800 633 44 55 23 oder per Mail unter bei uns an. Gerne können Sie auch unseren Assistenten zum Ausfüllen des Formulars verwenden. Diesen finden Sie hier.

Wir übernehmen die Beantragung und Abrechnung mit Ihrer Pflegekasse.

Unsere Infografik: Die Pflegegrade und Leistungen im Überblick

Pflegegrade im Überblick